Essbare Wildpflanzen sind als Notfall und Survival Nahrung die erste Wahl, da sie in der Regel viel leichter zu beschaffen sind, als tierische Nahrung. Außerdem sind sie reich an Vitaminen, Eiweißen und Mineralstoffen. Sie sind sogar oftmals gesünder als kultivierte Pflanzen und können von daher auch in die alltägliche Ernährung gut eingebaut werden. Jedoch enthalten sie auch mehr Bitterstoffe als kultivierte Pflanzen und schmecken daher manchmal etwas gewöhnungsbedürftig.

Also auch wenn mal grade kein Notfall ist, sondern du einfach mal was neues probieren willst oder nur das Einkaufen vergessen hast, ist die heutige Liste genau das Richtige für dich.

Lies bitte unbedingt vorher unseren Artikel mit den allgemeinen Hinweisen zum Thema Sammeln und zubereiten von Wildpflanzen!

Essbare Wildpflanzen, die du in Deutschland findest.

1. Brennnessel

Die Brennnessel ist eine völlig verkannte heimische Wunderpflanze. Viele kennen sie vermutlich nur als schmerzhafte Erfahrung beim Waldspaziergang. Aber es hat auch immer einen Grund warum eine Pflanze in der Natur so besonders geschützt ist. Und um das gleich vorweg zu sagen, getrocknet oder gekocht verliert die Brennnessel ihre schmerzhaften Eigenschaften.

Die Brennnessel ist ein guter Lieferant für Vitamine, Protein und Mineralstoffe. Sie enthält mehr Kalzium als Milch und mehr als 6 mal so viel Vitamin C wie eine Orange. Außerdem ist sie ein guter Lieferant für Eisen, Magnesium und Beta Carotin.

Die Zubereitung erfolgt als Tee oder die Blätter können in Salaten und Smoothies verwendet werden.

Da die Brennnessel ein wahres Superfood ist, werden wir nochmal einen eigenen ausführlichen Artikel inklusive Rezepten dazu machen.

2. Wilder Feldsalat

Der wilde Feldsalat ist eine essbare Wildpflanze und gehört zu den Baldriangewächsen, wenn du dir nicht sicher bist ob es sich um wilden Feldsalt handelt, riech an seinen Blüten, sie werden nach Baldrian duften. Zu finden ist er am Waldrand, auf Wiesen und auf leichten Erhöhungen. Da der Feldsalat sehr robust ist, kann man ihn fast das ganze Jahr über finden. Er ist außerdem ebenfalls sehr gesund, da er viel Kalium, Calzium, Eisen, Beta Carotin und Vitamin C enthält.

Blüten und Blätter des wilden Feldsalat sind essbar und schmecken herzhaft nussig.

3. Bärlauch

bärlauch photo

Foto von AlicePopkorn2

Bärlauch gehört zu den Zwiebelgewächsen und zu seiner Hauptsaison, kannst du ihn schon von Weitem am Knoblauch und Zwiebel Geruch erkennen. Von Februar bis März findest du den Bärlauch besonders gut in Laubwäldern und an feuchten, humusreichen Böden.

Der Bärlauch enthält beachtliche Mengen an Vitamin C, Magnesium und Eisen. Zudem enhält er das schweflhaltige Allicin, welches den typischen Zwiebelgeruch verursacht. Das Allicin sorgt aber auch dafür das Bärlauch antibakteriell wirkt, in Notsituationen ein echter Vorteil. Man kann sowohl die Blätter als auch die weißen Blüten verzehren. .

Bärlauch soltest du nicht kochen, da er sonst seine Vitamine verliert.

4. Große Klette

große Klette photo

Foto von blumenbiene

Die große Klette könnte man ebenfalls als Superfood unter den essbaren Wildpflanzen bezeichnen, sie ist reich an Nährstoffen und es lassen sich mit ihr noch allerlei andere nützliche Sachen herstellen.

Die Klette ist kaum zu übersehen. Sie wächst bis zu 2 Meter hoch auf Wiesen, Waldränder und mageren Böden. Ihre Stängel und Wurzeln kann man sowohl roh, als auch gekocht essen. Gekocht schmecken sie nach Schwarzwurzeln, roh verzehrt, entsteht nach längeren kauen ein süßliche Geschmack. Dieser kommt durch das Inulin, welches die Klette enthält. Aus den Samen der Blüte kannst du ein sehr gesundes natürliches Öl pressen, welches du zum Kochen oder für Salate verwenden kannst. Die Blüte kann ebenfalls gegessen werden. Du solltest die großen Blätter der Klette nicht essen, da sie viele Bitterstoffen enthalten.

Klettenblätter wurden wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung früher auch gegen Brand und Schnittwunden genutzt. Dazu wurden sie auf die entsprechende Wunde gelegt und dort für einen längeren Zeitraum belassen.

5. Huflattich

Huflattich wächst dicht am Boden etwa 10 bis 20cm hoch. Die hufeisenförmigen Blätter sind auf der Unterseite weiß-silbrig und hängen an einem langen Stiel. Diese hufeisenform der Blätter gaben dem Huflattich auch seinen Namen. Von Anfang März bis Ende September ist der Huflattich auf Böschungen, Schotterplätzen und Wegrändern zu finden.

Hufflattich enthält viele Mineralstoffe, wie Eisen, Magnesium, Calzium, Zink und Kieselsäure. Blüten, Blätter, Triebe und die Wurzeln können gegessen werden. Du kannst Huflattich roh, gekocht oder gebraten essen. Aus den Blüten oder den Blättern kannst du dir einen gesunden Tee kochen.

6. Sauerklee

sauerklee photo

Foto von schaefer_rudolf

Sauerklee wächst von April bis Ende September in Wäldern, an schattigen feuchten Plätzen, Waldlichtungen und ist fast weltweit verbreitet. Er enthält Kleesalze und Oxalsäure, wodurch er sauer schmeckt. Die Blätter, Stiele und die Wurzel kannst du gekocht oder roh zu dir nehmen. Aus den frischen Blüten kannst du dir einen Tee zubereiten. Wie der Name schon sagt hat der Sauerklee einen erfrischenden sauren Geschmack und eignet sich dadurch als erfrischende Salatbeilage.

Sauerklee wird wird eine blutreinigende Wirkung nachgesagt und hilft auch gegen Sodbrennen und Hautausschläge. Wegen des Gehalts an Oxalsäure sollte jedoch nicht zu oft Sauerklee gegessen werden.

7. Knoblauchsrauke

knoblauchsrauke photo

Foto von schaefer_rudolf

Die Knoblauchsrauke gehört zu den Kreuzblütern und hat, trotz des gleichen Namens, nichts mit dem Knoblauch zu tun. Sie wächst in Laubwäldern, an Hecken, in Gebüschen und an Mauern, außerdem findest du sie meistens in der Nähe von Brennnesseln. Die Knoblauchsrauke wächst etwa 20 bis 100cm hoch und hat einen langen dünnen, behaarten Stängel. Ihre Blätter sind nierenförmig und an den Seiten gezackt. Wenn du an den Blättern reibst, riecht die Knoblauchsrauke nach Knoblauch, daher auch der Name.

Sie enthält die Vitamine A und C, diverse Mineralstoffe und blutdruckregulierende Glykoside. Sie wirkt ebenfalls antibakteriell und blutreinigend. Ein Weiterer Vorteil in Survival Situationen ist, das sie bei innerer und äußerer Anwendung entzündungshemmend wirkt.

Blätter, Blüten und Wurzel sind essbar und haben einen pfeffrigen Knoblauch Geschmack, der sich sehr gut zum Würzen von Speisen und Salaten eignet.

8. Vogelmiere

vogelmiere photo

Foto von schaefer_rudolf

Die Vogelmiere ist als ungeliebtes Unkraut im Garten bekannt aber sie ist ebenfalls eine essbare Wildpflanze. Sie ist sehr robust und das ganze Jahr über zu finden. Selbst Schnee kann ihr nicht anhaben. Sie wächst auf feuchten Böden im Halbschatten. Der Stängel der Vogelmiere wird bis zu 40cm lang und liegt auf dem Boden. Die Blätter sind klein und eiförmig. Die Vogelmiere blüht von Februar bis November und die Blüten sehen wie kleine Sterne aus.

Vogelmiere ist sehr Nährstoffreich. Sie enthält Eisen, Magnesium, Kalium, Selen und die Vitamine A, B und C. Alle Pflanzenteile können gegessen werden. Vom Geschmack her ist sie sehr mild knackig und frisch.

Sie wird zur Reinigung und Kräftigung des Körpers verwendet und wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Ebenfalls wird ihr eine positive Wirkung bei Husten, Asthma und anderen Lungenerkrankungen nachgesagt. Außerdem ist sie antioxidativ, verlangsamt also Alterserscheinungen des Körpers.

9. Schilf

Das Schilf gehört zu den Süßgräsern und ist nahezu weltweit verbreitet. Du findest es vorwiegend an Seen, Teichen und feucht Gebieten. Es kann bis zu 10 Meter hoch wachsen. Äußerlich erinnert es stark an Getreide. Die Samen des Schilfs kann man sowohl trocken als auch zu Brei gekocht essen. Sie sind besonders reich an Kohlenhydraten und Eiweißen.

Der Halm kann ebenfalls gegessen werden, die erste Schicht ist recht hart, aber der junge frische grüne Halm lässt sich leicht heraus ziehen. Er kann roh gegessen werden und schmeckt leicht süßlich, manchmal jedoch auch noch bitter und leicht modrig.

In ca. 30-50cm Tiefe verbinden weiße Wurzelstücke die einzelnen Halme, diese können ebenfalls gegessen und sind reich an Kohlenhydraten.

10. Rohrkolben

rohrkolben photo

Die Rohrkolben wachsen an Gewässern und feuchten Gebieten. Sie werden bis zu 3 Meter lang und sind das ganze Jahr über zu finden. Die Wurzel des Rohrkolbens ist ein wahrer Energieliefrant, da sie sehr viel Stärke enthält. Es ist jedoch gar nicht so einfach an die Wurzel zu gelangen, da sie tief im Boden verankert ist. Wenn du sie ausgegraben hast, kannst du sie roh oder gekocht essen, vorher jedoch am besten schälen. Doch Vorsicht, da die Wurzel im Wasser wächst, nimmt sie auch all die Schadstoffe des Wassers auf. Prüfe ob es  Abwasserrohre oder anderen offensichtliche Verunreinigunge in der Nähe gibt.

Die Triebe und die Blätter kann man sowohl roh als auch gekocht essen. In der Blütezeit, wenn die Frucht wächst, sind sie Pollen ein guter Protein Lieferant.

Wenn der Rohkolben gerade keine Frucht träg, ist er leicht mit der giftigen Schwertlilie zu verwechseln. Hier gilt wieder der Hinweis aus unserem Ratgeber zum Sammeln von Wildpflanzen, wenn du dir nicht sicher bist, lieber Finger weg.

Fazit

Wir hoffen wir konnten dir mit dieser kleinen Übersicht weiter helfen. Vielleicht haben wir dich zu einer kleinen Entdeckungstour im Grünen oder zu einem gesunden Salat aus essbaren Wildpflanzen inspirieren können. Es gibt neben den gezeigten Pflanzen noch viele weitere essbare und sehr gesunde Wildplfanzen in Deutschland. Im tollen Buch über essebare Wildpflanzen kannst du dich weiter Informieren und Rezepte finden. Ansonsten Guten Apetit 😉